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Auf den Spuren der Lieblingsenkelin von Kaiser Franz Joseph durchs Hofmobiliendepot

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Zu einem Programmpunkt der besonderen Art wird ins Hofmobilendepot geladen. Er nennt sich Literatur on Tour und begibt sich auf eine Entdeckungsreise auf literarisch, musikalischen Pfaden. Dabei erzählt Kronprinz Rudolfs Tochter, Erzherzogin Elisabeth von Österreich, dargestellt von der Schauspielerin Elisabeth-Joe Harriet, von ihren Abenteuern. Uns erzählt die Schauspielerin mehr zum Stück.

Wie kam es zu der Aufführung des Kammerstücks an Original-Möbeln im Wiener Hofmobiliendepot, welches sich “Die rote Erzherzogin” nennt, in dem sie die Erzherzogin Elisabeth von Österreich verkörpern?

Ich habe vor zehn Jahren im Auftrag der Schönbrunn Verwaltungs GmbH für die Eröffnung des Sisi Museums ein bewegtes Theater “Privataudienz im Hause Habsburg” geschrieben, inszeniert als auch mitgespielt und mache seit 2003 bei einem Gang durch die Silberkammer meinen literarischen Pfad “Sisis Verse – Das poetische Tagebuch der Kaiserin Elisabeth“.

Heuer im Frühjahr fragte mich Frau Mag. Haselböck (vom Hofmobiliendepot, Anm. d. Red.), ob mir für das Hofmobiliendepot nicht auch ertwas einfiele, und da kam mir spontan die Idee mit Kronprinz Rudolfs einziger Tochter Elisabeth Marie, die als Erzherzogin von Österreich geboren wurde und durch ihre Ehen zuerst eine Fürstin Windisch Graetz und später eine einfache Frau Petznek war. Sie hat im Laufe ihres Lebens nicht nur all ihre Adelstitel abgelegt, sondern auch einen Gesinnungswechsel von der erzkonservativen Hocharistokratin zur überzeugten Sozialdemokratin vollzogen. Und diese abenteuerliche Geschichte erzähle ich als “Erzsi”, wie sie in der Familie genannt wurde, im Zuge dieses Kammerstücks “Die Rote Erzherzogin”.

Wie wird das Interieur des Hofmobiliendepots in die Aufführung des Stücks miteinbezogen werden?

Das Hofmobiliendepot ist die geschichtsträchtige Kulisse dieses Kammerstücks, durch die ich mit dem Publikum wandle und erzähle. Anhand der einzelnen Möbelstücke, Bilder oder Utensilien, die ja zum Teil aus dem Besitz der Elisabeth Petznek stammen, den sie dem österreichischen Staat vermacht hat, erinnert sich Erzsi an viele Situationen und Ereignisse, die ihr Leben bestimmten, änderten oder beeinflussten.

Werden Sie alleine spielen oder gibt es noch andere Schauspielende?

Ich spiele alleine, nur zu Beginn kündigt mich meine Kollegin Sylvia Reisinger, die sich auch noch als Inspizientin um das gesamte organisatorische Drumherum kümmert, wie ein Zeremonienmeister an.

Warum sollte man sich dieses Stück anschauen?

Um endlich die wahre Geschichte der Lieblingsenkelin von Franz Joseph und das hochinteressante Hofmobiliendepot kennen zu lernen.

Um ein Kammerstück an historischen Originalmöbeln mit anschließendem Imbiss im Restaurant zum Kaiserlichen Thron zu genießen, wo Erzsi noch weiter erzählen und vor allem auch Fragen beantworten wird.

Und zum Abschluss: Bitte beschreiben Sie sich und Ihre Arbeit kurz selbst!

Ich bin Schauspielerin, Autorin (im Frühjahr erscheint im Amalthea Verlag die Biographie, die ich über Olga Waissnix, die Freundin von Arthur Schnitzler, geschrieben habe), Moderatorin, Kabarettistin (neues Programm “Klassefrauen sind nicht leise” wird am 19. Februar 2015 in der Eden Bar Premiere haben).
Vor 11 Jahren habe ich die literarsich-musikalischen Pfade, Entdeckungsreisen und Kammerstücke “erfunden”, bei denen ich, teils auch mit KollegInnen, Literatur und die damit verbundene Musik und Kunst an historischen Orten in Wien, Österreich und den ehemaligen Kronländern erlebbar mache. Sozusagen ein bewegtes Theater.

Alles weitere dazu unter www.elisabeth-joe-harriet.com.

Mehr zur Aufführung:

€ 37,00 inkl. Museumseintritt und Imbiss, erhältlich vor Ort bei Elisabeth-Joe Harriet
Beginn: 11.00 Uhr
Dauer: ca. 2 Stunden
Treffpunkt: Foyer des Hofmobiliendepots, Andreasgasse 7, 1070 Wien
Reservierung: Kartenvorverkauf unter +43 664 301 16 74 oder elisabeth-joe-harriet@aon.at

Alle Termine findet man online, für 2015 sind noch Tickets erhältlich.

November 24th, 2014

GWV 0805

Zwischen Polyester und ähnlichen Fotografien

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Im Hofmobiliendepot gibt es immer viele neue Details zu entdecken. Und damit dies auch stets so bleibt, gibt es derzeit noch zwei kleinere Ausstellungen, die jeden Rundgang abrunden. So lässt sich einerseits eine im Rahmen der Vienna Design Week ins Haus eingezogene Schau erkunden, die sich POLYESTER – von Bernhard Hausegger nennt.

Des Weiteren präsentiert sich ebenso SIMILAR PAIRS über besondere Bezüge von Ähnlichem, welche dank eyes on – Monat der Fotografie 2014 im Hofmobiliendepot zu Gast ist. Hier zeigen die beiden Fotografen Armin Bardel und Michael Michlmayr ihre Arbeiten.

Aber Achtung, man muss schnell sein, um sie noch zu sehen, denn:

Die Fotoausstellung kann, bei freiem Eintritt, noch bis 30. November im Hofmobiliendepot besichtigt werden.

Mehr zu POLYESTER sieht man noch bis 23. November, hier benötigt man eine Eintrittskarte.

Michlmayr aus pairs 3

Similar Pairs Fotos

“Es handelt sich bei beiden Arbeiten um eigenständige Serien die in einer Ausstellung gemeinsam präsentiert werden. Ich finde es interessant, dass das Prinzip des ‘Zufalls’ und des ‘Erinnerns’ in beiden Arbeiten präsent ist und in unterschiedlicher Ausprägung nebeneinander wahrnehmbar ist. Beide Serien sind von einander unabhängig lesbar und vielleicht auch genießbar. Zusammen bildet sich vielleicht noch eine zusätzliche Spannung”, erklärt Michael Michlmayr über seine und die Arbeiten von Armin Bardel.

Sitzen auf Polyester

Bei Bernhard Hausegger hingegen dreht sich alles um ausrangierte, weggestellte Sessel und Stühle, die er findet oder geschenkt bekommt. Im Rahmen der Ausstellung wird sich der Formensprache seiner Fundstücke angenommen und nach möglichen Variationen gesucht. Diese Sitzobjekte werden von Hausegger mit Polyester bearbeitet, dabei werden die heute oft belächelten architektonischen Allmachtphantasien der 60er und 70er Jahre wieder aufgegriffen.

“In der Ausstellung sind meinerseits eine Auswahl von etwa 50 Bildpaaren, die in den letzten zehn Jahren in unterschiedlichen Intervallen und an unterschiedlichen Orten und Ländern entstanden sind. Die Bilder der Serie sind auch eine Form fotografischer Skizzen, die zusammengebracht werden und eine Art ‘Abbild’ meines ‘fotografischen Gedächtnisses’ darstellen”, beschreibt Michlmayr weiters die in der Fotoausstellung gezeigten Werke.

November 17th, 2014

C.Akdogan

Ordnung, Geradlinigkeit und Struktur

Blog // Der perfekte Haushalt aus Papier

Bei der aktuellen Sonderausstellung sind die Produktdesignerin Julia Landsiedl und die Grafikerin Cora Akdogan dafür vernatwortlich, dass die Ausstellung “Der perfekte Haushalt aus Papier” ein begehbares Klebealbum wird. All das, was das originale Klebealbum ergänzt und die Ausstellung erst lebendig werden lässt, ging durch ihre Hände.

Letzte Woche haben wir, um mehr darüber zu erfahren, mit Julia Landsiedl gesprochen. Heute unterhalten wir uns mit Cora Akdogan.

Sie ist seit 2008 in Wien als Grafikerin tätig und betreut öffentliche und private Museen, Stiftungen, wissenschaftliche Einrichtungen, kulturelle Institutionen und private Träger.

Wie war Ihre Herangehensweise an diese Ausstellung? Wie haben Sie sich da vorbereitet?

Der grundsätzliche Ablauf ist immer derselbe: Informationsermittlung, Konzept, Entwurf – interessant wird es mit dem jeweiligen Ausstellungsthema und seinen spezifischen Objekten.

In diesem Fall das Klebealbum und seine formalen Besonderheiten, die wir genauer unter die Lupe genommen haben – unendliche Abwicklungen, Dreidimensionales das zweidimensional dargestellt wird, falsche Perspektiven, Relationen, Größensprünge – das alles hat uns fasziniert und sollte unbedingt in die Ausstellungsgestaltung einfließen.

Auf was musste man bei der Gestaltung achten?

Insgesamt wird mit den Objekten relativ frei umgegangen. Aufgabe der Grafik war es in diesem Fall, im Kontrast dazu für Ordnung, Geradlinigkeit und Struktur sorgen – geworden ist daraus eine Mischung aus strenger, indexierter Ordnung und gestreuter Vielfalt!

Gibt es etwas, das Ihnen besonders Spaß gemacht hat?

Die Euphorie am Anfang, der Austausch und die Diskussionen zu Inhalt, Herangehensweise und Form – zu dieser Zeit ist noch alles möglich!
Die konkrete Formwerdung am Ende, während des Ausstellungsaufbaus – hier legen wir gerne auch selbst Hand an!

Es wird ein begehbarer “perfekter Haushalt” angekündigt. Was darf man sich da als perfekt vorstellen?

Perfekt? Perfekt ist einzig das Klebealbum selbst – mit all seinen Ungereimtheiten!

Foto der Ausstellung: © Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.

November 7th, 2014