Wenn das Weitergehen das Umblättern ersetzt

Written by on Oktober 31st, 2014 // Filed under Blog, Der perfekte Haushalt aus Papier

Dafür, dass sich die Ausstellung “Der perfekte Haushalt aus Papier” in ein begehbares Klebealbum verwandelt, sorgte die Produktdesignerin Julia Landsiedl und die Grafikerin Cora Akdogan. Sie konzipierten gemeinsam so, dass sich die Ausstellung in einen Wanderweg durch das Klebealbum verwandelt. In einen Wanderweg, auf dem man nochmal intensiv wahrnehmen kann, welche Details sich auf den einzelnen Seiten befinden. Das Weitergehen ersetzt damit das Umblättern.

Dabei hieß es sich mit formalen und inhaltlichen Unregelmäßigkeiten, welche in einem Klebealbum zu finden sind und gleichsam für dieses charakteristisch sind, auseinanderzusetzen. Von verschieden großen Objekten und Menschen, bis hin zu schrägen Perspektiven, aber auch Stufen, welche nirgendwo enden, reichten da die Herausforderungen.

Dazu kommen farbenfrohe Tapeten und starke Bodenmuster, belebt wiederum von Objekten sowie Menschen, welche allesamt auch im Album vertreten sind.

Und genau dafür, dass die Ausstellung zu einer Entdeckungsreise, zu einer Tour durch das Klebealbum wird, eben dafür haben die beiden Designerinnen gesorgt.

Wir sprachen aus diesem Anlass mit Julia Landsiedl, um mehr über ihre ganz persönliche Perspektive, ihre ganz persönliche Sicht zur Ausstellung zu erfahren.IMG_1576

Was war Ihre Aufgabe im Rahmen der Ausstellung?

Als Ausstellungsgestalterin bin ich für alles Dreidimensionale zuständig. Konkret umfasst das das Bauliche (Entwurf, Planung, Ausschreibung, Produktionsabwicklung), aber auch das Arrangieren der Objekte und ganz generell “Look & Feel” einer Ausstellung.

Es geht viel um Übersetzungsarbeit, darum wissenschaftliche Erkenntnisse für BesucherInnen erfahrbar zu machen, sie zu überraschen, ihnen Ideen räumlich zu erzählen. Das passiert natürlich in Abstimmung mit einem größeren Team – KuratorInnen, Ausstellungsbau, GrafikdesignerInnen, Marketing etc. Bei einer Ausstellung arbeiten viele Menschen zusammen.IMG_1723

Es ist von einem begehbaren Klebealbum die Rede. Was war da die größte Herausforderung?

Die Ausstellung besteht aus über 130 ganz unterschiedlichen Exponaten. Wir wollten aber kein großes, buntes Durcheinander. Wir wollten Räume, in denen jedes Ding seinen ganz eigenen Platz hat; auch freundliche Nachbarn, mit denen es sich austauschen kann. So als hätte jemand das Ding exakt dort “hingeklebt”.

Die größte Herausforderung war das Zusammenspiel von Groß und Klein. Die Gestaltung sollte die zarten Klebealben unterstützen, sie aber keinesfalls “erdrücken”.IMG_1694

Haben Sie ein Lieblingsstück in der Ausstellung?

Ein einziges? Nein. Ich liebe jedes einzelne Arrangement. Ich hoffe, man sieht das! ;-)

Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Die Ausstellung ist u. a. für Familien konzipiert. Gesucht war, denke ich, eine Gestalterin, die große Wände aufstellen kann, sich aber auch für kleinere Exponate interessiert, gerne spielt und arrangiert.

Fotos der Ausstellung: © Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.

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