Doppeltes Rokoko: Brettspiele im Museum

Written by on Oktober 16th, 2014 // Filed under Blog, Der perfekte Haushalt aus Papier

»Der perfekte Haushalt aus Papier« ist eine in vielerlei Hinsicht verspielte Ausstellung: Im Zentrum steht schließlich ein Spielzeug aus dem späten 18. Jahrhundert, das Augsburger Klebealbum. Fast zur gleichen Zeit herrschte in Frankreich König Ludwig XV., der für seine prunkvollen Bälle und Gewänder bekannt war. Diese Welt inspirierte ihrerseits wieder ein Spiel namens Rokoko, das 2014 für den prestigeträchtigen Preis »Kennerspiel des Jahres« nominiert war. Was liegt also näher als ein Spielenachmittag im Museum?

Schneidern für den König

Bei Rokoko übernehmen die SpielerInnen die Rolle konkurrierender Schneidermeister zur Zeit Ludwigs XV.. Jede Schneiderei möchte das meiste Prestige für sich beanspruchen, indem sie die schönsten Kleider aus den prächtigsten Stoffen fertigt. Dafür brauchen sie geschicktes Personal, Stoffe, Garn, Spitze und natürlich das nötige Kleingeld für die Investitionen. Nur so kann es gelingen, dass Adelige in solchen Kleidern die besten Plätze am Ball des Königs ergattern, und damit dem Schneidermeister Prestige verschaffen. Zwischendurch muss allerdings auch das eine oder andere Kleid für schnöde Livres verkauft werden, weil sonst die Ressourcen knapp werden. Oder lohnt es sich eher, den Musiker in einem der Ballräume zu bezahlen, um sich einen Namen zu machen?

Motivation Taktik

Während sieben Runden sind die zwei bis fünf SpielerInnen immer wieder gefordert, schwierige Entscheidungen zu treffen: Manchmal ist langfristiges planen gefragt, manchmal rasches handeln, bevor jemand einem die vorhandenen Ressourcen wegschnappt. Wege zum Sieg gibt es viele, das macht Rokoko ebenso spannend wie anspruchsvoll. Ein weiterer Motivationsfaktor ist die Aufmachung des Brettspiels, die dem originellen Thema absolut gerecht wird.

Liebesbriefe

Als schnelle alternative zum Taktikspiel Rokoko steht beim Spielenachmittag im Museum das Kartenspiel Love Letter bereit. Es ist zwar ebenso prunkvoll aufgemacht wie Rokoko, enthält aber nur 16 Karten und ist in einer Viertelstunde durchgespielt. Hier geht es darum, einer Prinzessin über die diversen Mitglieder des Hofstaates einen Liebesbrief zukommen zu lassen. In der Spielmechanik funktioniert das dann so, dass man durch den geschickten Einsatz von Karten herauszufinden versucht, welche Karten die MitspielerInnen gerade in der Hand haben, um diese aus dem Spiel zu eliminieren. Ein großer Spaß für Familien und Freunde, KartenspielerInnen und Menschen, die sonst nichts mit Spielen anfangen können.

Termine

Am 12. Oktober 2014 fand der erste Spielenachmittag statt, unterstützt durch den Verlag Pegasus Spiele und die fleißigen SpielererklärerInnen vom Pegasus Support Team. Wegen des sonnigen Wetters kamen zwar etwas weniger BesucherInnen, dafür konnte der Spielenachmittag gleich in den wunderschönen Innenhof des Hofmobiliendepots verlegt werden. Die nächste Chance für eine Runde Rokoko oder Love Letter im Museum bietet sich am 30. November 2014 zwischen 14:00 und 18:00 Uhr im Hofmobiliendepot Wien.

 

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