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Wenn das Weitergehen das Umblättern ersetzt

Blog // Der perfekte Haushalt aus Papier

Dafür, dass sich die Ausstellung “Der perfekte Haushalt aus Papier” in ein begehbares Klebealbum verwandelt, sorgte die Produktdesignerin Julia Landsiedl und die Grafikerin Cora Akdogan. Sie konzipierten gemeinsam so, dass sich die Ausstellung in einen Wanderweg durch das Klebealbum verwandelt. In einen Wanderweg, auf dem man nochmal intensiv wahrnehmen kann, welche Details sich auf den einzelnen Seiten befinden. Das Weitergehen ersetzt damit das Umblättern.

Dabei hieß es sich mit formalen und inhaltlichen Unregelmäßigkeiten, welche in einem Klebealbum zu finden sind und gleichsam für dieses charakteristisch sind, auseinanderzusetzen. Von verschieden großen Objekten und Menschen, bis hin zu schrägen Perspektiven, aber auch Stufen, welche nirgendwo enden, reichten da die Herausforderungen.

Dazu kommen farbenfrohe Tapeten und starke Bodenmuster, belebt wiederum von Objekten sowie Menschen, welche allesamt auch im Album vertreten sind.

Und genau dafür, dass die Ausstellung zu einer Entdeckungsreise, zu einer Tour durch das Klebealbum wird, eben dafür haben die beiden Designerinnen gesorgt.

Wir sprachen aus diesem Anlass mit Julia Landsiedl, um mehr über ihre ganz persönliche Perspektive, ihre ganz persönliche Sicht zur Ausstellung zu erfahren.IMG_1576

Was war Ihre Aufgabe im Rahmen der Ausstellung?

Als Ausstellungsgestalterin bin ich für alles Dreidimensionale zuständig. Konkret umfasst das das Bauliche (Entwurf, Planung, Ausschreibung, Produktionsabwicklung), aber auch das Arrangieren der Objekte und ganz generell “Look & Feel” einer Ausstellung.

Es geht viel um Übersetzungsarbeit, darum wissenschaftliche Erkenntnisse für BesucherInnen erfahrbar zu machen, sie zu überraschen, ihnen Ideen räumlich zu erzählen. Das passiert natürlich in Abstimmung mit einem größeren Team – KuratorInnen, Ausstellungsbau, GrafikdesignerInnen, Marketing etc. Bei einer Ausstellung arbeiten viele Menschen zusammen.IMG_1723

Es ist von einem begehbaren Klebealbum die Rede. Was war da die größte Herausforderung?

Die Ausstellung besteht aus über 130 ganz unterschiedlichen Exponaten. Wir wollten aber kein großes, buntes Durcheinander. Wir wollten Räume, in denen jedes Ding seinen ganz eigenen Platz hat; auch freundliche Nachbarn, mit denen es sich austauschen kann. So als hätte jemand das Ding exakt dort “hingeklebt”.

Die größte Herausforderung war das Zusammenspiel von Groß und Klein. Die Gestaltung sollte die zarten Klebealben unterstützen, sie aber keinesfalls “erdrücken”.IMG_1694

Haben Sie ein Lieblingsstück in der Ausstellung?

Ein einziges? Nein. Ich liebe jedes einzelne Arrangement. Ich hoffe, man sieht das! ;-)

Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Die Ausstellung ist u. a. für Familien konzipiert. Gesucht war, denke ich, eine Gestalterin, die große Wände aufstellen kann, sich aber auch für kleinere Exponate interessiert, gerne spielt und arrangiert.

Fotos der Ausstellung: © Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.

Oktober 31st, 2014

Rokoko

Doppeltes Rokoko: Brettspiele im Museum

Blog // Der perfekte Haushalt aus Papier

»Der perfekte Haushalt aus Papier« ist eine in vielerlei Hinsicht verspielte Ausstellung: Im Zentrum steht schließlich ein Spielzeug aus dem späten 18. Jahrhundert, das Augsburger Klebealbum. Fast zur gleichen Zeit herrschte in Frankreich König Ludwig XV., der für seine prunkvollen Bälle und Gewänder bekannt war. Diese Welt inspirierte ihrerseits wieder ein Spiel namens Rokoko, das 2014 für den prestigeträchtigen Preis »Kennerspiel des Jahres« nominiert war. Was liegt also näher als ein Spielenachmittag im Museum?

Schneidern für den König

Bei Rokoko übernehmen die SpielerInnen die Rolle konkurrierender Schneidermeister zur Zeit Ludwigs XV.. Jede Schneiderei möchte das meiste Prestige für sich beanspruchen, indem sie die schönsten Kleider aus den prächtigsten Stoffen fertigt. Dafür brauchen sie geschicktes Personal, Stoffe, Garn, Spitze und natürlich das nötige Kleingeld für die Investitionen. Nur so kann es gelingen, dass Adelige in solchen Kleidern die besten Plätze am Ball des Königs ergattern, und damit dem Schneidermeister Prestige verschaffen. Zwischendurch muss allerdings auch das eine oder andere Kleid für schnöde Livres verkauft werden, weil sonst die Ressourcen knapp werden. Oder lohnt es sich eher, den Musiker in einem der Ballräume zu bezahlen, um sich einen Namen zu machen?

Motivation Taktik

Während sieben Runden sind die zwei bis fünf SpielerInnen immer wieder gefordert, schwierige Entscheidungen zu treffen: Manchmal ist langfristiges planen gefragt, manchmal rasches handeln, bevor jemand einem die vorhandenen Ressourcen wegschnappt. Wege zum Sieg gibt es viele, das macht Rokoko ebenso spannend wie anspruchsvoll. Ein weiterer Motivationsfaktor ist die Aufmachung des Brettspiels, die dem originellen Thema absolut gerecht wird.

Liebesbriefe

Als schnelle alternative zum Taktikspiel Rokoko steht beim Spielenachmittag im Museum das Kartenspiel Love Letter bereit. Es ist zwar ebenso prunkvoll aufgemacht wie Rokoko, enthält aber nur 16 Karten und ist in einer Viertelstunde durchgespielt. Hier geht es darum, einer Prinzessin über die diversen Mitglieder des Hofstaates einen Liebesbrief zukommen zu lassen. In der Spielmechanik funktioniert das dann so, dass man durch den geschickten Einsatz von Karten herauszufinden versucht, welche Karten die MitspielerInnen gerade in der Hand haben, um diese aus dem Spiel zu eliminieren. Ein großer Spaß für Familien und Freunde, KartenspielerInnen und Menschen, die sonst nichts mit Spielen anfangen können.

Termine

Am 12. Oktober 2014 fand der erste Spielenachmittag statt, unterstützt durch den Verlag Pegasus Spiele und die fleißigen SpielererklärerInnen vom Pegasus Support Team. Wegen des sonnigen Wetters kamen zwar etwas weniger BesucherInnen, dafür konnte der Spielenachmittag gleich in den wunderschönen Innenhof des Hofmobiliendepots verlegt werden. Die nächste Chance für eine Runde Rokoko oder Love Letter im Museum bietet sich am 30. November 2014 zwischen 14:00 und 18:00 Uhr im Hofmobiliendepot Wien.

 

Oktober 16th, 2014

Basteln mit Papierfiguren für die Kleinen

Blog // Der perfekte Haushalt aus Papier

Während der Sonderausstellung Der perfekte Haushalt aus Papier im Hofmobiliendepot, bei der sich alles um das Augsburger Klebealbum dreht, findet auch ein begleitendes Rahmenprogramm für die Kleinen statt. Neben Schulgruppen können da ebenso Kinder einfach so nach einer Führung durch die Ausstellung, unter Anleitung, zu Papier und Schere greifen.

Im Klebealbum geht es um die Darstellung diverser Szenen welche Situationen aus dem Leben nachstellen, ganz nach dem eigenen Belieben sollen diese nachgebastelt werden. Für die Schulgruppen in Rahmenform und für alle anderen darf der Schuhkarton, welcher auf einer Seite ausgeschnitten ist, als Zimmernachstellung herhalten.

Eine Übersicht über die Termine für Kinderführungen und das begleitende Programm für Schulgruppen findet man online.

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Oktober 7th, 2014