Vienna Trash Fotoausstellung vom 22. Mai bis 6. Juli

Written by on Mai 19th, 2014 // Filed under Blog, Böse Dinge

Im Hofmobiliendepot findet vom 22. Mai bis zum 6. Juli eine Sonderausstellung – zusätzlich zur Böse Dinge Schau – statt, die mit Fotos von Wieland Kloimstein, einen bösen Blick auf die Stadt bietet. Wir haben ihn zum Interview gebeten.

Welche “bösen Fotos” sind in der Ausstellung zu sehen?
Es ist eine Auswahl an Fotos aus dem Buch “Vienna Trash”, das es in sehr wenigen Stücken gibt.

Was sicher gut ist ist, dass die Bilder des Buches “Vienna Trash” inzwischen ein paar Jahre abgelegen sind. Historische Handyfotografie aus dem Jahr 2005 und 2006 – und noch dazu im Rahmen einer Ausstellung – lassen sich nachsichtiger betrachten, wie allzu gegenwärtige Scheußlichkeiten.

Womit haben Sie die Fotos gemacht?
Zunächst mit dem heißesten Handy des Jahres 2005. Es war ein Nokia 6680 mit stolzen 1,3 Megapixel. Ich bin mir damit wie ein echter Angeber vorgekommen. Dann war es auch noch ein N95.

Es war damals sehr spannend herauszufinden, was mit einem Handy mit Kamera möglich ist. Die Auslösegeschwindigkeit war unter jeder Kritik und die Bildqualität zunächst einfach nur mangelhaft – besonders gegenüber dem analogen Film.

Die Bildwirkung kann sich nicht einfach auf der Brillanz stützen. Ein gutes Bild ergibt sich da nicht so leicht. Das war die Herausforderung und das hat mich inspiriert. Ja, eine Kamera, die ich dabei habe, ist eine gute Kamera.

Was macht für Sie eine “böse Aufnahme” aus?
Mir geht es nicht einfach nur um die Banalisierung des Alltäglichen, sondern um ein tieferes Verständnis der Welt, die durch eine Aufmerksamkeit erreicht wird, die sich nicht an exorbitanten und sensationellen Dingen orientiert, sondern am Alltäglichen. Mich hat da auch das ästhetische Konzept “Wabi-Sabi” beeinflusst. Weniger Perfektion und klassische Schönheit und mehr Herbheit des “Einsam-Stillen” und der Vergänglichkeit.

Sehr sichtbar ist das zum Beispiel bei einem Foto, bei dem der Werbeschriftzug “Reform” zu sehen ist. Offensichtlich hat das Wort “Reform” schon viele Jahre gesehen – es rollt sich auf, schrumpft und blättert ab. Es ist kaputt, aber gleichzeitig auch sehr schön und wunderbar.

Warum wurde auf eine Betitelung der Bilder verzichtet?
Die besten Bilder entstehen im Kopf. Ohne Titel bleibt mehr offen und das eigene Gehirn wird besser angeregt, dem eigenen Eindruck nachzugehen. Mir ist es eine große Freude den Menschen zuzusehen, wenn sie aus meiner Perspektive die Welt entdecken und ihre Interpretation davon.

Es wird für mich eine spannende Ausstellung!

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