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Der böse Schrei

Blog // Böse Dinge

Eines der bekanntesten Gemälde der Welt ist Der Schrei von Edvard Munch. Vermutlich ist es deshalb auch nicht für alle möglich, sich eben dieses Bild für zuhause zu kaufen. Eine etwas teure Anschaffung, die womöglich gerade gar nicht möglich ist, weil das Bild nicht verkauft wird.

Doch da bieten die bösen Dinge eine Lösung. Hier kann man sogar mit dem Gemälde kuscheln. Es ist nämlich auf einem bösen Polster in der Ausstellung abgebildet. Dieser hat noch ein weiteres Feature. Lehnt man sich in der Mitte auf den Polster, hat man durch die Bewegung nach innen das Gefühl, dass das Bild zu schreien beginnt. Das hätte wohl Edvard Munch ebenso gerne gesehen.

Das expressionistische Meisterwerk, also jetzt den originalen Schrei, gibt es übrigens sogar viermal. Die Bilder entstanden zwischen 1893 und 1910. Sie verteilen sich im Munch-Museum Oslo, in der norwegischen Nationalgalerie, im Museum of Modern Art in New York und eines ist in Privatbesitz. In diese Reihe reiht sich nun das Hofmobiliendepot mit einem Polsterschrei ein.

Man muss übrigens nicht selbst schreien, wenn man sich drauflegt. Der Polster ist bequem.

Mai 31st, 2014

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Vienna Trash Fotoausstellung vom 22. Mai bis 6. Juli

Blog // Böse Dinge

Im Hofmobiliendepot findet vom 22. Mai bis zum 6. Juli eine Sonderausstellung – zusätzlich zur Böse Dinge Schau – statt, die mit Fotos von Wieland Kloimstein, einen bösen Blick auf die Stadt bietet. Wir haben ihn zum Interview gebeten.

Welche “bösen Fotos” sind in der Ausstellung zu sehen?
Es ist eine Auswahl an Fotos aus dem Buch “Vienna Trash”, das es in sehr wenigen Stücken gibt.

Was sicher gut ist ist, dass die Bilder des Buches “Vienna Trash” inzwischen ein paar Jahre abgelegen sind. Historische Handyfotografie aus dem Jahr 2005 und 2006 – und noch dazu im Rahmen einer Ausstellung – lassen sich nachsichtiger betrachten, wie allzu gegenwärtige Scheußlichkeiten.

Womit haben Sie die Fotos gemacht?
Zunächst mit dem heißesten Handy des Jahres 2005. Es war ein Nokia 6680 mit stolzen 1,3 Megapixel. Ich bin mir damit wie ein echter Angeber vorgekommen. Dann war es auch noch ein N95.

Es war damals sehr spannend herauszufinden, was mit einem Handy mit Kamera möglich ist. Die Auslösegeschwindigkeit war unter jeder Kritik und die Bildqualität zunächst einfach nur mangelhaft – besonders gegenüber dem analogen Film.

Die Bildwirkung kann sich nicht einfach auf der Brillanz stützen. Ein gutes Bild ergibt sich da nicht so leicht. Das war die Herausforderung und das hat mich inspiriert. Ja, eine Kamera, die ich dabei habe, ist eine gute Kamera.

Was macht für Sie eine “böse Aufnahme” aus?
Mir geht es nicht einfach nur um die Banalisierung des Alltäglichen, sondern um ein tieferes Verständnis der Welt, die durch eine Aufmerksamkeit erreicht wird, die sich nicht an exorbitanten und sensationellen Dingen orientiert, sondern am Alltäglichen. Mich hat da auch das ästhetische Konzept “Wabi-Sabi” beeinflusst. Weniger Perfektion und klassische Schönheit und mehr Herbheit des “Einsam-Stillen” und der Vergänglichkeit.

Sehr sichtbar ist das zum Beispiel bei einem Foto, bei dem der Werbeschriftzug “Reform” zu sehen ist. Offensichtlich hat das Wort “Reform” schon viele Jahre gesehen – es rollt sich auf, schrumpft und blättert ab. Es ist kaputt, aber gleichzeitig auch sehr schön und wunderbar.

Warum wurde auf eine Betitelung der Bilder verzichtet?
Die besten Bilder entstehen im Kopf. Ohne Titel bleibt mehr offen und das eigene Gehirn wird besser angeregt, dem eigenen Eindruck nachzugehen. Mir ist es eine große Freude den Menschen zuzusehen, wenn sie aus meiner Perspektive die Welt entdecken und ihre Interpretation davon.

Es wird für mich eine spannende Ausstellung!

Mai 19th, 2014

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Der böse Blumentisch

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Einen Stock unter der Böse Dinge Ausstellung haben sich so manche böse (und schöne) Dinge der anderen Art angesammelt. Möbelstücke vor allem, mit 165.000 Objekten sogar eine der größten Möbelsammlungen der Welt. Hier reihen sich Stücke aus drei Jahrhunderten aneinander. Da findet sich kaiserliches Mobiliar und es zeigen sich die unterschiedlichsten Einrichtungsstile aus Biedermeier, Historismus, Wiener Moderne, sowie zeitgenössisches Möbeldesign.

Neben imponierenden Dingen, finden sich hier auch so tolle Dinge wie dieser Blumentisch, welcher am Foto zu sehen ist, für den Salon von Kaiserin Elisabeth, in der Hermesvilla, aus dem Jahr 1886. Er ist aus Rosenholz gefertigt, ist mit vergoldeten Bronzebeschlägen verziert und mit Porzellan, sowie Emaileinlagen versehen.

Auch bei Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth fand sich also schon das ein oder andere böse Ding, dessen prunkvolle Funktionalität durchaus in Frage gestellt werden kann und man sich wundern darf, ob es nicht doch eher nur Staubfänger war und ist.

Ob sie eines ihrer Möbelstücke gerne zu unserer Sonderausstellung gebracht hätten, werden wir leider nicht mehr erfahren. Immerhin gibt es aber die Möglichkeit die gesamte Möbelsammlung, einen Stock unter den offiziellen bösen Dingen, zu besichtigen. Wir wünschen eine schöne Wanderung durch die Einrichtungsschätze!

Mai 14th, 2014

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Kitsch ahoi!

Blog // Böse Dinge

“Kitsch ahoi!” heißt es auf der von einem Besucher oder einer Besucherin hinterlassenen Karte, auf diesem bösen Matrosenstück. Irgendwas mit Anker auf der Kappe und mit zu zweit nebeneinader stehen, wobei die rechte Figur nicht ganz so ganz zu identifizieren ist. Was wollen uns diese beiden sagen? Zeugen sie von einem abenteuerlichen Segeltörn, sind sie ein Souvenir, das irgendwo in einem Hafen oder einer Hafenstadt gekauft wurde oder sind sie ein Geschenk für einen echten Seefahrer?

Wo sie wohl gekauft wurden?

Auf jeden Fall sind sie ein böses Stück, das womöglich in der Urlaubsstimmung Hoffnung erweckt, dass sie dann doch noch Sinn machen, auch, wenn sie eigentlich keine Funktion haben. Die beiden Figuren, in einem, machen Hoffnung, dass sie Erinnerung wecken, dass man sich an etwa an den letzten Urlaub erinnert oder eben an dem Ort, an die Situation, an das Gefühl, wie man sie gekauft hat.

Böser Staubfänger

Oder eben nicht. Vielleicht sind sie auch nur Staubfänger? Die armen Zwei. Wir schätzen sie trotzdem. Auf jeden Fall.

Zwei, die “Kitsch ahoi!” zur See rufen, für unsere Böse Dinge Ausstellung, vorbeigebracht und nun integriert in die böse Sammlung.

Mai 5th, 2014

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Das gar nicht so böse Internet

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Das Hofmobiliendepot Wien hat sich im Rahmen der „Böse Dinge – Eine Enzyklopädie des Ungeschmacks“ Ausstellung dazu entschlossen, auch online, in Form eines eigenen Instagram Accounts und eines Blogs, präsent zu sein. Es werden hier regelmäßig Fotos und Hintergrundinfos gepostet und geshared, wie ihr vielleicht schon selbst beobachten konntet.

Hier freuen wir uns besonders darüber, dass wir wöchentlich neuen Content haben, den unsere Besucherinnen und Besucher, in Form von neuen bösen Dingen, mitbringen.

Fotos, aus der Ausstellung, online teilen

Natürlich wollen nicht nur wir diese vorstellen, sondern auch alle, die sich die Ausstellung anschauen, sind dazu angehalten, selbst Instagramfotos hochzuladen und diese mit dem Hashtag #boesedinge zu versehen, um damit auch an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Dabei ist das Fotografieren, ohne Blitz, in der Ausstellung explizit erlaubt, was keineswegs selbstverständlich ist. Für die Erlaubnis dazu möchten wir uns auch bei jenen bedanken, welche uns die Objekte als Leihgabe zur Verfügung gestellt haben, da vor allem dem Werkbundarchiv – Museum der Dinge, dem Landesmuseum Württemberg und bei allen weiteren internationalen und Wiener Leihgebern.

Museen im Internet

Weltweit findet man bereits zahlreiche Museen auf Instagram, wie beispielsweise das Musée du Louvre, das Guggenheim Museum oder das Frida Kahlo Museum, welche so Einblicke in ihre Sammlungen gewähren. Neben Instagram gibt es auch noch eine Vielfalt an anderen Plattformen, hier bieten sich neben einem eigenen Blog, Flickr-Slideshows oder gar virtuelle Entdeckungsreisen durchs Museum an. Auch Apps fürs Smartphone sind eine Möglichkeit, um beispielsweise Sonderausstellungen zu begleiten. Des Weiteren hat Google den Palast von Versailles in 3D im Wandel der Zeit online dokumentiert.

Interaktive Ausstellungen

Egal in welcher Form, das interaktive Wandern durch Ausstellungen wird uns in der Zukunft noch des Öfteren begleiten und zwar in möglichst vielen unterschiedlichen Varianten, um den Ausstellungsbesuch für viele verschiedene Besuchergruppen ansprechend zu machen. Und, dass Instagram derzeit besonders populär ist, zeigen zahlreiche Best Practice Artikel.

So wird nicht nur dokumentiert, aus vielen verschiedenen Sichtweisen betrachtet, sondern der Besuch einer Ausstellung soll auch noch mehr Spaß machen. In diesem Sinne, wünschen wir euch weiterhin viel Spaß mit den bösen Dingen!

Quelle: Museen im partizipativen Internet, Daniela Holzer, Webdesign & Development WDD911, SAE Institut Wien, 18.07.2013

Mai 1st, 2014