Nachgefragt: Wie haben die bösen Dinge gefallen?

Written by on April 3rd, 2014 // Filed under Blog, Böse Dinge

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der “Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.”, welche das Hofmobiliendepot betreibt, wurden vom schönen Schloss zu einem Ausflug zu den mitunter hässlichen, bösen Dingen geladen und hatten im Rahmen einer Führung Gelegenheit die Ausstellung näher kennenzulernen, sowie ihre allerliebsten bösen Dinge herauszusuchen. Nach beendetem Besuch haben wir sie nach ihrer Meinung gefragt, herausgekommen sind persönliche Erzählungen, die ganz wunderbar beweisen, wie unterschiedlich man die Ausstellung erleben kann.

Zuerst haben wir gefragt, welches Stück in der Ausstellung am besten gefallen hat.

Maria Mayr-Muñoz: “Bei dieser Vielfalt an geschmacklosen und nutzlosen Objekten fällt es schwer, ein Highlight zu nennen. Im “Markt der bösen Dinge” ist mir aber ein –von Besuchern abgegebenes – Stück ins Auge gesprungen: ein Seifenspender in Nasenform – man darf raten, wo die Seife herauskommt! (Das ist eines der Objekte, die am Ende der Ausstellung zugunsten des Neunerhauses verkauft werden.)”

Ulrike Lugosi: “Am besten hat mir, bei den zeitgenössischen Ausstellungsstücken, die Uhr mit dem goldenen Fächerrahmen und den Rosen über dem Ziffernblatt “gefallen”. Für mich ein wahres Beispiel des schlechten Geschmacks.”

Gudrun Jansky: “Am besten gefallen hat mir, weil ich es am grauslichsten finde, die Brosche mit den (Kinder-)Zähnen.”

Ronald-Peter Skólaude: “Der große Bücherstopper mit Hohlraum für Sonstiges, der einem das Gefühl verleiht, auf “seinem Wissen zu sitzen”.”

Dann wollten wir eine Kurzbeschreibung der Ausstellung hören.

Maria Mayr-Muñoz: “Überraschend, wie sich Geschmack- und Nutzlosigkeit “systematisieren” lassen und wie unter dem Titel “Böse Dinge” eine absolut sehenswerte, “attraktive” Ausstellung entstehen konnte – obwohl ich sonst Wert auf Ästhetik lege! Ich gehe sicher nochmals hin, um mir die Sachen ohne Führung in Ruhe anzusehen.”

Ulrike Lugosi: “Die Ausstellung ist “böse”, aber super!”

Gudrun Jansky: “Die Ausstellung ist interessant und lustig und skurril, weil ich einige Dinge entdeckt habe, die ich aus dem Alltag kenne (Spülbürsten, z.B.) und wobei mir nie eingefallen wäre, dass dies ein “böses Ding” sein könnte.”

Ronald-Peter Skólaude: “Ein Spaziergang durch die kreative Vergangenheit, vorbei an Shops, in die ich schon einmal hineinging.”

Und zum Abschluss hat uns noch interessiert, was denn so ein böses Ding eigentlich ist.

Maria Mayr-Muñoz: “Etwas, das ich nicht geschenkt bekommen möchte, weil es hässlich bis kitschig ist (wobei mir natürlich klar ist, dass Geschmack subjektiv ist), es unbrauchbar ist (keinerlei Nutzen erkennbar), es unter problematischen Bedingungen produziert wurde (ich bevorzuge Fairtrade-Produkte). Wenn ich so etwas geschenkt bekomme, landet es am Flohmarkt oder am “Markt der bösen Dinge”, irgend jemandem wird es sicher gefallen, und dann erfüllt es jedenfalls einen guten Zweck!”

Ulrike Lugosi: “Wenn etwas so hässlich ist, das es schon wieder schön ist!”

Gudrun Jansky: “Ein böses Ding ist für mich etwa das Spielzeug “Würge- Ente” für Kinder (!). Es fordert auf, gewalttätig zu sein – echt böse. Oder das sexistische T- Shirt;  für mich wird dabei die Grenze “albern – geschmacklos”, wie etwa bei den anderen “Busen”- Artikeln, eindeutig überschritten.”

Ronald-Peter Skólaude: “Etwas, dass mich beißt, während ich es ansehe.”

Da sagen wir Danke für das aufmerksame Hinschauen!

2 Responses to “Nachgefragt: Wie haben die bösen Dinge gefallen?”

  1. Die anderen BesucherInnen, die zeitgleich mit uns in der Ausstellung waren, haben ebenfalls intensivst über guten und schlechten Geschmack diskutiert. Es war spannend, zu beobachten, wie kontroversiell die Meinungen dazu sind.
    Die Ausstellung schult offensichtlich nicht nur Geschmackssinn, sondern regt auch zur Kommunikation darüber an.

    Posted by Josefa HaselböckAntworten
    • So soll es sein!

      Posted by Teresa HammerlAntworten

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